KI-generiertMann beim Sport mit markierten Schmerzen an Achillessehne, Patellarsehne und Ellbogen als Illustration zum Thema Tendinopathie und Sehnenschmerzen

Tendinopathien verstehen und richtig Trainieren

Tendinopathie verstehen und richtig trainieren: Achillessehne, Patellarsehne und Ellbogen

Sehnenschmerzen sind hartnäckig – aber gut behandelbar. Warum Schonen allein selten hilft, welche Beschwerden sich hinter „Sehnenschmerz“ verstecken können und wie Sie Ihr Training mit einer einfachen Schmerz-Ampel selbst steuern.

Von Rainer Hoffmann, Physiotherapeut & Osteopath in Hannover · Lesezeit ca. 14 Minuten

Was ist eine Tendinopathie?

Eine Tendinopathie ist eine schmerzhafte Überlastungsstörung einer Sehne, die mit einer eingeschränkten Belastbarkeit einhergeht. Früher sprach man fast immer von einer „Sehnenentzündung“ (Tendinitis). Das ist nur halb richtig: In länger bestehenden Fällen findet man kaum klassische Entzündungszellen, sondern vor allem einen gestörten Umbau des Sehnengewebes. Deshalb hat sich der neutralere Begriff Tendinopathie durchgesetzt.

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen. Sie bestehen überwiegend aus parallel ausgerichteten Kollagenfasern (Typ I), dazwischen liegen spezialisierte Zellen – die Tenozyten – und eine wasserbindende Grundsubstanz. Sehnen sind erstaunlich reißfest und wirken wie Sprungfedern: Beim Laufen und Springen speichern sie Energie und geben sie wieder ab. Ihr Stoffwechsel ist allerdings langsam. Anpassungen an neue Belastungen dauern daher Wochen bis Monate, nicht Tage.

Die gute Nachricht: Sehnen reagieren auf mechanische Reize. Über die sogenannte Mechanotransduktion „übersetzen“ die Tenozyten Zug und Druck in Anpassung – mehr Kollagen, bessere Faserstruktur, höhere Belastbarkeit. Genau das nutzt das Training.

Wie Sehnenschmerzen entstehen: der Pathomechanismus

Im Kern steht fast immer ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Die Sehne bekommt mehr, schneller oder anders Last, als sie im Moment verarbeiten kann.

Belastung steigtNeuer Sport, mehr Kilometer, Sprungtraining, Umzug mit viel Tragen, lange Mausarbeit, neuer Schläger oder Schuh.
Belastbarkeit sinktTrainingspause, Alter, Übergewicht, Stoffwechselfaktoren (z. B. Diabetes, erhöhte Blutfette), hormonelle Umstellung, bestimmte Medikamente.

Belastbarkeit hängt stärker vom ganzen Körper ab, als viele denken – auch von Ernährung und Stoffwechsel.

Schmerzen und Ernährung

Besonders anfällig sind Sehnen, die viel Energie speichern (Achilles- und Patellarsehne beim Springen, Sprinten, Richtungswechseln) oder ständig wiederholt beansprucht werden (Unterarmsehnen beim Greifen). An Sehnenansätzen kommt häufig noch Kompression hinzu – etwa wenn die Achillessehne bei starker Fußhebung gegen das Fersenbein drückt.

Das Kontinuum-Modell

Ein hilfreiches Erklärungsmodell (nach Cook & Purdam) beschreibt die Tendinopathie als Kontinuum mit drei Stadien. Die Übergänge sind fließend, und eine Sehne kann sich in beide Richtungen bewegen.

  1. Reaktive TendinopathieKurzfristige Antwort auf Überlastung: Die Sehne quillt auf, bleibt strukturell aber intakt. Gut rückbildungsfähig.
  2. Gestörte Heilung (Dysrepair)Heilungsversuch mit mehr Zellen und ungeordnetem Kollagen, teils neue Gefäße (Neovaskularisation) und Nervenfasern.
  3. Degenerative TendinopathieBereiche mit veränderter Struktur. Trotzdem ist die Sehne als Ganzes meist belastbar und trainierbar.

Schmerz ist nicht gleich Schaden. Ultraschall- oder MRT-Befunde passen oft schlecht zu den Beschwerden: Manche Menschen haben deutliche Veränderungen und keine Schmerzen, andere starke Schmerzen bei fast normalem Bild. Der Schmerz entsteht im Zusammenspiel von Gewebe und Nervensystem.

Wie Schmerz im Nervensystem entsteht, erkläre ich ausführlich hier.

Chronische Schmerzen verstehen

Behandlungsoptionen im Überblick

Die wichtigste Erkenntnis der letzten zwei Jahrzehnte: Absolute Ruhe heilt eine Sehne nicht. Sie senkt kurzfristig den Schmerz, aber auch die Belastbarkeit – beim Wiedereinstieg kommen die Beschwerden dann oft zurück. Die Basis jeder Behandlung ist deshalb dosierte, schrittweise gesteigerte Belastung. Alles andere ist Ergänzung.

MaßnahmeWas sie leistetStudienlage
Progressives BelastungstrainingBaut Belastbarkeit auf, senkt Schmerz langfristig – das Fundament●●●●
Aufklärung & LastmanagementReizende Belastungen anpassen statt komplett pausieren („relative Ruhe“)●●●●
Stoßwellentherapie (ESWT)Ergänzend bei hartnäckigen Verläufen, v. a. Achillessehne und Patellarsehne●●●●
Manuelle Therapie & OsteopathieKurzfristige Schmerzlinderung; Mitbehandlung von Wirbelsäule, Fuß, Hüfte oder Schulter●●●●
Tape, Bandage, Epicondylitis-SpangeKann Alltagsbelastung kurzfristig erleichtern●●●●
Schmerzmittel (NSAR)Kurzfristig gegen Schmerz, fördern aber nicht die Heilung●●●●
Kortison-InjektionRasch weniger Schmerz, mittelfristig jedoch häufiger Rückfälle; Risiko für Sehnenschäden●●●●
PRP / EigenbluttherapieUneinheitliche Ergebnisse, Nutzen bislang nicht sicher belegt●●●●
OperationOption erst nach 6–12 Monaten konsequenter, erfolgloser konservativer Therapie●●●●

Die drei häufigsten Regionen – und ihre Verwechslungsgefahren

Nicht jeder Schmerz an einer Sehne ist eine Tendinopathie. Die Differentialdiagnose – also das Abgrenzen ähnlich wirkender Beschwerden – ist entscheidend, denn manche davon brauchen eine ganz andere Behandlung.

Achillessehnen-Tendinopathie

Fachbegriffe: Achillodynie, Midportion- bzw. insertionale Achillessehnen-Tendinopathie

Typisch: Anlaufschmerz und Steifigkeit am Morgen oder nach dem Sitzen, die sich beim Warmwerden bessern und nach der Belastung zurückkommen. Oft ist die Sehne tastbar verdickt. Man unterscheidet zwei Formen:

  • Midportion: Schmerz etwa 2–6 cm oberhalb des Fersenbeins, häufig bei Läuferinnen und Läufern.
  • Insertional: Schmerz direkt am Sehnenansatz am Fersenbein. Hier spielt Kompression eine Rolle – Übungen mit tiefer Fußhebung (Ferse unter Stufenniveau) werden anfangs gemieden.

Differentialdiagnosen

  • (Teil-)RupturPlötzlicher „Peitschenschlag“, Kraftverlust beim Zehenstand – sofort ärztlich abklären
  • Bursitis / Haglund-FerseSchleimbeutelreizung bzw. knöcherner Höcker am Fersenbein, Druck vom Schuh
  • ParatendinopathieReizung des Sehnengleitgewebes, oft mit Knirschen (Krepitation)
  • Hinteres Sprunggelenk-ImpingementEinklemmung, z. B. durch ein Os trigonum; Schmerz bei starker Fußsenkung
  • Andere SehnenTibialis-posterior- oder Flexor-hallucis-longus-Tendinopathie, Plantarissehne
  • Nerven & KnochenAusstrahlung aus der Lendenwirbelsäule (S1), Ermüdungsbruch des Fersenbeins
  • Systemische UrsachenEntzündlich-rheumatische Enthesitis, Gicht; auffällig bei beidseitigen Beschwerden

Patellarsehnen-Tendinopathie

Fachbegriffe: Patellaspitzensyndrom, Jumper’s Knee, Tendinopathie des Ligamentum patellae

Typisch: Punktgenauer Schmerz am unteren Pol der Kniescheibe, ausgelöst durch Springen, Landen, tiefes Beugen unter Last oder Treppabgehen. Der Schmerz ist eng an die Belastung gekoppelt und lässt sich meist mit einem Finger zeigen. Häufig in Sprungsportarten wie Volleyball und Basketball.

Differentialdiagnosen

  • Patellofemorales SchmerzsyndromEher flächiger Schmerz um oder hinter der Kniescheibe, oft nach langem Sitzen
  • Hoffa-Fettkörper-ReizungSchmerz seitlich neben der Sehne, besonders bei Überstreckung
  • Morbus Osgood-SchlatterBei Jugendlichen im Wachstum; Schmerz am Schienbeinhöcker
  • Sinding-Larsen-JohanssonWachstumsbedingte Reizung am unteren Kniescheibenpol bei Jugendlichen
  • Quadrizepssehnen-TendinopathieSchmerz oberhalb der Kniescheibe
  • Innere KniestrukturenMeniskus, Knorpel, Plica; eher mit Blockaden, Schwellung oder Gelenkspaltschmerz
  • Schleimbeutel & ÜbertragungBursitis prä- oder infrapatellar; übertragener Schmerz aus der Hüfte

Tendinopathie am Ellbogen: lateral und medial

Fachbegriffe: Epicondylopathia humeri radialis (Tennisellenbogen) und Epicondylopathia humeri ulnaris (Golferellenbogen)

Lateral (außen): Betroffen sind die Handgelenk- und Fingerstrecker, vor allem der M. extensor carpi radialis brevis. Schmerz beim Greifen, Tasse- oder Wasserkasten-Heben, Händeschütteln und bei der Mausarbeit. Tennis ist nur selten der Auslöser – meist sind es Beruf und Alltag.

Viel am Schreibtisch? Praktische Hinweise zu Maus, Tastatur und Armhaltung.

Ergonomie am Arbeitsplatz

Medial (innen): Betroffen sind die Handgelenkbeuger und der Pronator. Schmerz bei kräftigem Faustschluss, beim Drehen des Unterarms nach innen und beim Beugen des Handgelenks gegen Widerstand – etwa beim Golf, Werfen, Klettern oder handwerklicher Arbeit.

Differentialdiagnosen außen

  • Radialtunnel- / SupinatorlogensyndromEinengung eines Astes des Speichennervs; Druckschmerz einige Zentimeter unterhalb des Knochenvorsprungs
  • HalswirbelsäuleAusstrahlende Beschwerden aus C6/C7, oft mit Nackenbeteiligung
  • Oberarm-Speichen-GelenkArthrose, eingeklemmte Synovialfalte, bei Jugendlichen Osteochondrosis dissecans
  • InstabilitätPosterolaterale Rotationsinstabilität, z. B. nach Sturz oder mehrfachen Kortison-Injektionen

Differentialdiagnosen innen

  • KubitaltunnelsyndromReizung des Ellennervs; Kribbeln in Ring- und Kleinfinger. Tritt nicht selten zusammen mit dem Golferellenbogen auf
  • Innenband-InsuffizienzVor allem bei Wurfsportarten; Schmerz in der Ausholphase
  • HalswirbelsäuleAusstrahlung aus C8/Th1
  • ApophysitisWachstumsfugenreizung bei jugendlichen Werfern

Warnzeichen – bitte zeitnah ärztlich abklären lassen:

  • ein hörbarer Knall oder plötzlicher Kraftverlust
  • Rötung, Überwärmung und Schwellung, besonders mit Fieber
  • starke Nachtschmerzen ohne Bezug zur Belastung
  • Taubheit, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen
  • Sehnenbeschwerden an mehreren Stellen mit langer Morgensteifigkeit
  • Beschwerden kurz nach Einnahme bestimmter Antibiotika (Fluorchinolone, z. B. Ciprofloxacin)

Trainingsparameter: so dosieren Sie die Belastung

Sehnen lieben schwere, langsame und regelmäßige Last. Entscheidend ist weniger die konkrete Übung als die Dosierung: Wiederholungen, Serien, Tempo, Pausen und Häufigkeit. Die Reha verläuft in Phasen, die aufeinander aufbauen. Der Wechsel richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Ihrer Schmerz-Ampel und Ihrer Kraft.

Unsicher, ob Sie mit dem Training starten sollten? Der Fragebogen hilft bei der Einschätzung.

Fragebogen ausfüllen

Realistischer Zeitrahmen: Rechnen Sie mit mindestens 12 Wochen konsequentem Training, bei länger bestehenden Beschwerden auch mit 6 bis 12 Monaten. Das ist normal und kein Zeichen, dass es „nicht funktioniert“.

  1. Isometrisches Training: Schmerz beruhigen

    Der Muskel spannt an, ohne dass sich das Gelenk bewegt. Das ist für gereizte Sehnen oft gut verträglich und hilft, überhaupt wieder Last aufzunehmen. Manche Betroffene erleben danach eine kurzfristige Schmerzlinderung, das ist aber nicht bei allen so.

    • Sätze: 4–5
    • Dauer: 30–45 s halten
    • Intensität: ca. 60–70 % der Maximalkraft
    • Pause: 1–2 min
    • Häufigkeit: 1–3× täglich

    Beispiele: Zehenstand halten (Achilles), Wandsitz oder Spanish Squat (Patella), Handgelenk gegen Widerstand halten (Ellbogen).

  2. Krafttraining: Belastbarkeit aufbauen

    Das Herzstück der Reha. Bewährt hat sich das Heavy Slow Resistance Training (HSR): schwere Gewichte, langsam bewegt. Alternativ gibt es das rein exzentrische Training (nur die nachgebende Phase unter Last), das häufiger, aber mit weniger Gewicht durchgeführt wird. Beide Wege sind wirksam – HSR ist zeitsparender und wird oft lieber durchgehalten.

    Variante A: Heavy Slow Resistance

    • Sätze: 3–4
    • Wiederholungen: von 15 schrittweise auf 6
    • Tempo: 3 s hoch, 3 s runter
    • Pause: 2–3 min
    • Häufigkeit: 3× pro Woche (ein Tag Pause dazwischen)
    WocheWiederholungenSätzeGewicht
    1153so schwer, dass 15 gerade noch sauber gehen
    2–3123entsprechend steigern
    4–5103–4entsprechend steigern
    6–884entsprechend steigern
    9–1264schwer, aber technisch sauber

    Variante B: Exzentrisches Training

    • Sätze × Wdh.: 3 × 15
    • Tempo: langsam absenken, ca. 3–4 s
    • Häufigkeit: Achilles: 2× täglich; Ellbogen: 1× täglich
    • Dauer: 12 Wochen
    • Steigerung: Zusatzgewicht, sobald es in der grünen Zone bleibt

    Beispiele: Wadenheben mit gestrecktem und gebeugtem Knie, Beinpresse, Kniebeuge, Handgelenkstrecken bzw. -beugen mit Kurzhantel, Unterarmdrehen mit Hebelstab.

  3. Energiespeicher-Training: die Feder trainieren

    Erst wenn Kraft und Schmerz es zulassen – als Faustregel: die betroffene Seite schafft annähernd so viel wie die gesunde und die Ampel bleibt im Alltag grün. Jetzt wird die Sehne wieder schnell belastet.

    • Sätze: 3–4
    • Wiederholungen: 10–20 Kontakte bzw. schnelle Bewegungen
    • Intensität: von niedrig (beidbeinig, klein) zu hoch (einbeinig, weit)
    • Häufigkeit: jeden 2.–3. Tag, die Sehne braucht 48–72 h Erholung

    Beispiele: Seilspringen, Hopserläufe, Sprünge (Achilles, Patella); schnelles Greifen, Ball fangen und werfen, Schläger-Schwünge mit wachsender Intensität (Ellbogen).

  4. Rückkehr zu Sport und Alltag

    Sportartspezifische Belastung wird in kleinen Schritten gesteigert – Umfang, Tempo, Untergrund. Das Krafttraining läuft als Erhaltung weiter:

    • Kraft: 1–2× pro Woche
    • Sätze × Wdh.: 3 × 6–10, schwer
    • Steigerung Sport: nur eine Stellschraube pro Woche verändern

    Wie Sie Umfang und Intensität beim Wiedereinstieg klug dosieren.

    Pacing im Sport

Die Schmerz-Ampel: Training selbst steuern

Bei einer Tendinopathie darf – und soll – es während des Trainings manchmal etwas wehtun. Die Frage ist: Wie viel ist in Ordnung? Dafür nutze ich das Schmerz-Monitoring-Modell nach Silbernagel, das sich als Ampel leicht merken lässt. Sie bewerten Ihren Schmerz auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz), der NRS.

Die Schmerz-Ampel kompakt – auch für andere Beschwerden.

Trainieren trotz Schmerzen
  • Grün (0–2): Alles im sicheren Bereich. Sie dürfen die Belastung steigern.
  • Gelb (3–5): Akzeptabel. Belastung beibehalten, noch nicht steigern.
  • Rot (über 5): Zu viel. Belastung beim nächsten Mal reduzieren – Gewicht, Wiederholungen oder Sprunghöhe.

Die drei Messpunkte

  1. Während des Trainings: Der Schmerz sollte die gelbe Zone nicht verlassen.
  2. Direkt nach dem Training: ebenfalls höchstens gelb.
  3. Am nächsten Morgen: Der wichtigste Check. Schmerz und Steifigkeit dürfen nicht stärker sein als vor dem Training. Ist das doch so, war die Dosis zu hoch – auch wenn es während der Übung gut lief.

Dazu kommt: Über die Wochen sollten die Beschwerden insgesamt nicht zunehmen. Hilfreich ist ein fester Morgen-Test – etwa 10 kleine Hüpfer, eine tiefe Kniebeuge oder das Anheben einer vollen Tasse –, dessen Schmerzwert Sie täglich notieren.

Ihr Ampel-Check

Probieren Sie es aus: Wie stark war Ihr Schmerz während oder nach dem Training?

NRS 1 von 10

Grün: Gut verträglich. Sie können die Belastung beim nächsten Training leicht steigern.

Wichtig: Die Ampel ersetzt keine Untersuchung. Sie ist ein Werkzeug, mit dem Sie zwischen den Terminen eigenständig und sicher dosieren können. Bei Unsicherheit besprechen wir Ihre Werte gemeinsam.

Häufige Fragen zur Tendinopathie

Wie lange dauert es, bis eine Tendinopathie ausheilt?

Mit gezieltem Training bessern sich die meisten Beschwerden innerhalb von 12 Wochen spürbar. Bei langjährigen Verläufen kann es 6 bis 12 Monate dauern, bis die Sehne wieder voll belastbar ist.

Darf ich mit Sehnenschmerzen weiter Sport machen?

Oft ja – wenn die Belastung angepasst wird und die Ampel am nächsten Morgen nicht rot zeigt. Sprünge, Sprints oder Bergläufe werden häufig vorübergehend reduziert, lockere Belastungen bleiben meist möglich.

Hilft Dehnen bei einer Tendinopathie?

Kaum. Bei der insertionalen Achillessehnen-Tendinopathie kann intensives Dehnen den Ansatz sogar zusätzlich komprimieren. Kräftigung ist deutlich wirksamer.

Sollte ich die Sehne kühlen?

Kühlen kann den Schmerz kurzfristig dämpfen, beeinflusst die Sehnenheilung aber nicht. Wenn es Ihnen guttut, spricht nichts dagegen – es ersetzt nur nicht das Training.

Brauche ich ein MRT oder einen Ultraschall?

Häufig nicht. Die Diagnose wird meist klinisch gestellt. Bildgebung ist sinnvoll bei Verdacht auf einen Riss, bei untypischen Befunden oder wenn die Behandlung nicht anschlägt.

Ist eine Kortisonspritze eine gute Idee?

Kortison lindert kurzfristig, führt mittelfristig aber häufiger zu Rückfällen und kann die Sehne schwächen. An der Achillessehne wird davon in der Regel abgeraten.

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Ihre Sehne macht Probleme?

In meiner Praxis in Hannover kläre ich ab, was wirklich hinter Ihren Beschwerden steckt, und stelle Ihnen ein Belastungsprogramm zusammen, das zu Ihrem Alltag und Sport passt.

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Rainer Hoffmann Physiotherapeut und Osteopath mit Privatpraxis in Hannover (Oeltzenstr. 13) sowie Dozent für Biomechanik, Neuroanatomie und Physiologie in der Physiotherapieausbildung.
Quellen und weiterführende Literatur
  1. Cook JL, Purdam CR. Is tendon pathology a continuum? Br J Sports Med. 2009;43(6):409–416.
  2. Millar NL et al. Tendinopathy. Nat Rev Dis Primers. 2021;7:1.
  3. Silbernagel KG et al. Continued sports activity, using a pain-monitoring model, during rehabilitation in patients with Achilles tendinopathy. Am J Sports Med. 2007;35(6):897–906.
  4. Beyer R et al. Heavy slow resistance versus eccentric training as treatment for Achilles tendinopathy. Am J Sports Med. 2015;43(7):1704–1711.
  5. Kongsgaard M et al. Corticosteroid injections, eccentric decline squat training and heavy slow resistance training in patellar tendinopathy. Scand J Med Sci Sports. 2009;19(6):790–802.
  6. Alfredson H et al. Heavy-load eccentric calf muscle training for the treatment of chronic Achilles tendinosis. Am J Sports Med. 1998;26(3):360–366.
  7. Rio E et al. Isometric exercise induces analgesia and reduces inhibition in patellar tendinopathy. Br J Sports Med. 2015;49(19):1277–1283.
  8. Tyler TF et al. Addition of isolated wrist extensor eccentric exercise to standard treatment for chronic lateral epicondylosis. J Shoulder Elbow Surg. 2010;19(6):917–922.
  9. Coombes BK, Bisset L, Vicenzino B. Efficacy and safety of corticosteroid injections and other injections for management of tendinopathy. Lancet. 2010;376(9754):1751–1767.
  10. Coombes BK et al. Effect of corticosteroid injection, physiotherapy, or both on clinical outcomes in patients with unilateral lateral epicondylalgia. JAMA. 2013;309(5):461–469.
  11. Martin RL et al. Achilles pain, stiffness, and muscle power deficits: midportion Achilles tendinopathy revision 2018. J Orthop Sports Phys Ther. 2018;48(5):A1–A38.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine physiotherapeutische Praxis.

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