Neuronales Lernen
Neuronale Verschaltung: Konvergenz, Divergenz und Summation
Im Nervensystem gibt es verschiedene Prinzipien, wie Neuronen miteinander verschaltet sind. Dazu gehören Konvergenz, Divergenz sowie räumliche und zeitliche Summation. Konzepte des neuronalen Lernens spielen eine wesentliche Rolle in der Art und Weise, wie Informationen im Nervensystem verarbeitet werden.
Konvergenz
Bei der Konvergenz führen mehrere präsynaptische Neuronen ihre Signale zu einem einzigen postsynaptischen Neuron. Dadurch wird die Information mehrerer Eingänge zusammengeführt, sodass das postsynaptische Neuron eine integrierte Antwort auf diese Vielzahl von Signalen liefern kan
Divergenz
Bei der Divergenz sendet ein einziges präsynaptisches Neuron Signale an mehrere postsynaptische Neuronen. Auf diese Weise kann eine Information auf verschiedene Ausgänge verteilt und in mehreren Bahnen verarbeitet werden.
Räumliche Summation
Die räumliche Summation bezieht sich auf die gleichzeitige Aktivierung mehrerer präsynaptischer Neuronen, deren Signale sich auf einem postsynaptischen Neuron summieren. Die Gesamtwirkung dieser gleichzeitigen Erregungen beeinflusst, ob das postsynaptische Neuron aktiviert wird oder nicht.
Zeitliche Summation
Die zeitliche Summation tritt auf, wenn ein einzelnes präsynaptisches Neuron innerhalb kurzer Zeit mehrere Signale sendet. Diese Signale summieren sich zeitlich, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Aktivierung des postsynaptischen Neurons erhöht wird.
Exitatorisches und inhibitorisches postsynaptisches Potential (EPSP und IPSP)
Das exitatorische postsynaptische Potential (EPSP) beschreibt eine Depolarisation des postsynaptischen Neurons, die die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotenzials erhöht. Das inhibitorische postsynaptische Potential (IPSP) hingegen führt zu einer Hyperpolarisation, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotenzials verringert wird.
Anleitung zur Simulation: Neuronale Verschaltung mit Konvergenz und räumlicher und zeitlicher Summation
In dieser kleinen Anleitung zeige ich dir, wie du mit der interaktiven Simulation die neuronale Verschaltung und die Summation von Signalen erforschen kannst. Du wirst lernen, wie Neuronen Erregung oder Hemmung auslösen und wie sich die Signale summieren.
So verwendest du die Simulation:
Du kannst mit verschiedenen Schaltflächen die Funktionsweise der Simulation steuern.
Schaltflächen für Erregung und Hemmung:
Du siehst vier Schaltflächen für die Neuronen N1 bis N4. Standardmäßig sind diese grün und stehen für Erregung. Wenn du auf eine Schaltfläche klickst, ändert sie sich auf Hemmung (rot). Klicke nochmal, um wieder auf Erregung zu wechseln.
Probiere aus, welche Kombinationen von Erregung und Hemmung die Aktivität des postsynaptischen Neurons beeinflussen.
Frequenzauswahl:
Unter jeder Schaltfläche befindet sich ein Dropdown-Menü, mit dem du die Frequenz (Häufigkeit) der Erregung oder Hemmung wählen kannst. Es gibt drei Optionen:
Niedrig, Mittel, Hoch
Eine höhere Frequenz verstärkt den Effekt der Erregung oder Hemmung.
Ergebnisanzeige:
Unter der Simulation wird das Ergebnis angezeigt. Je nachdem, welche Neuronen erregend oder hemmend wirken, wird das postsynaptische Neuron entweder:
Erregt (grün), Gehemmt (rot), Neutral (schwarz/blau)
Die Farbe des Axons (Verbindung zum postsynaptischen Neuron) ändert sich entsprechend dem Ergebnis.
Einführung in die Hebb'sche Lernregel
Willkommen zur praktischen Übung der Hebb'schen Lernregel! Donald Hebb entwickelte 1949 seine Theorie, um zu erklären, wie neuronale Verbindungen im Gehirn durch Lernen gestärkt werden. Er stellte fest, dass Neuronen, die wiederholt und gleichzeitig aktiv sind, ihre Verbindungen verstärken – ein Prinzip, das als „Neurons that fire together, wire together“ bekannt ist. Hebb entwickelte diese Idee, um die physiologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis besser zu verstehen.
In dieser Übung kannst du testen, wie sich neuronale Verbindungen in Abhängigkeit von ihrer zeitlichen Aktivierung verändern. Wenn ein präsynaptisches Neuron etwa 20 Millisekunden vor dem postsynaptischen Neuron feuert, stärkt sich die Verbindung. Umgekehrt schwächt sich die Verbindung, wenn das postsynaptische Neuron vor dem präsynaptischen feuert – „fire apart, wire apart."





